Was ist Familienstellen?
Ein Familiensystem verbindet Menschen über mehrere Generationen hinweg. Oft wirken darin Dynamiken, die weit zurückreichen - unbemerkt, aber spürbar.
Der Grundgedanke
In einer Familie kann jemand unbewusst, oft aus Liebe und Loyalität, mit dem Schicksal eines anderen Systemmitglieds verwoben sein und dadurch in der eigenen Lebensführung beeinflusst werden. Nähe- oder Beziehungsängste, körperliche Beschwerden, Erschöpfung, Selbstaufopferung oder Süchte können Ausdruck solcher Verstrickungen sein, ohne dass die betroffene Person davon weiss.
Die systemische Familienaufstellung macht diese verborgenen Muster sichtbar. Häufig lösen sich Verstrickungen dadurch, und es entsteht eine klarere, tragfähigere Ordnung im System.
Für wen ist Familienstellen geeignet?
Für Beziehungen
Paare, Eltern, Familien, Einzelpersonen und Jugendliche - für mehr Klarheit in der Partnerschaft oder mit der eigenen Herkunftsfamilie.
Für Entwicklung
Führungspersonen und alle, die an ihrer persönlichen Weiterentwicklung arbeiten oder wiederkehrende Probleme lösen möchten.
Für Organisationen
Auch Schwierigkeiten in Firmen, berufliche Veränderungen oder Neuorientierung lassen sich mit einer Organisationsaufstellung betrachten.
Typische Anliegen sind zum Beispiel: die Qualität einer Partnerschaft, das eigene Körpergefühl, ungeklärte Trauer, Krankheit oder ein Todesfall, Themen rund um Adoption, Entscheidungen bei Familiengründung, Trennung oder Wohnsituation, der Umgang mit Geld sowie der eigene Platz im Beruf und im Leben.
Was passiert bei einer Familienaufstellung?
Eine Gruppe von Menschen trifft sich gemeinsam mit den Aufstellungsleiterinnen in einem geschützten Rahmen. Wer eine Aufstellung wünscht, schildert kurz das eigene Anliegen und wählt aus der Gruppe Stellvertreter:innen aus: zum Beispiel für Eltern, Kinder, Grosseltern, Partner:in oder auch für einen Gegenstand der Frage.
Diese Stellvertreter:innen werden frei im Raum positioniert. Aus diesem Bild und aus der Art, wie sich die Vertreter:innen an ihrem Platz fühlen - wird sichtbar, wo eine Störung liegt. Schritt für Schritt kommt Bewegung ins Bild, bis eine stimmigere Ordnung entsteht. Diese neue Ordnung schafft oft spürbar mehr Klarheit, Sicherheit und Kraft.
Was ist eine Stellvertreterin, ein Stellvertreter?
Diese Person steht im Raum stellvertretend für dich, ein Familienmitglied, ein Thema oder einen Gegenstand.
Was bedeutet Beobachten?
Wer als Beobachter:in dabei ist, schaut sich eine Aufstellung an, ohne selbst aufzustellen oder als Stellvertreter:in zu wirken. Für viele ist das ein guter erster Schritt, um Familienstellen kennenzulernen - die aufmerksame Präsenz der Beobachtenden trägt zudem oft zum Gelingen einer Aufstellung bei.
Das wissende Feld
Immer wieder berichten Stellvertreter:innen, an ihrem zugewiesenen Platz Empfindungen und Eindrücke wahrzunehmen, die tatsächlich im System wirken. Dieses Phänomen wird als «wissendes Feld» bezeichnet.
Wichtig
Die Teilnahme an Aufstellungen erfolgt eigenverantwortlich und ersetzt keine ärztliche oder psychiatrische Behandlung. Mehr dazu auf der Startseite.
Neugierig geworden?
Am einfachsten lässt sich Familienstellen erleben. Komm doch an einem unserer nächsten Aufstellungstage vorbei.
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